Ratgeber zum Thema Geldanlage & Vermögensaufbau

Welche Rendite lässt sich (langfristig) erzielen?

Eine der spannendsten Fragen beim Thema bzw. zum Thema Geldanlage und Vermögensaufbau ist selbstverständlich die Renditefrage. Mit welcher Anlageform lässt sich langfristig gesehen die größte und gleichzeitig auch eine möglichst sichere Rendite erzielen?

Dieser Frage ist u.a. auch der bekannte Wirtschaftshistoriker und Ökonom von der Universität Bonn, Professor Moritz Schularick, mit seinem Team nachgegangen. In einer großangelegten Studie untersuchten Sie über einen Zeitraum von 150 Jahren die wichtigsten Kapitalmarkt Anlagen in 16 verschiedenen Industrienationen.

Aufgrund des langen Zeitraums von 150 Jahren fließen bei der Berechnung der realen Rendite zahlreiche Weltwirtschaftskrise, Kriege, Banken- und Immobilienkrise, sowie zahlreiche Naturkatastrophen und damit viele verschiedene Inflations- und Deflationsphasen mit in die Ergebnisse der Studie ein.

Außerdem wurde, wie eben bereits angedeutet, explizit die reale Rendite ausgerechnet. Das heißt Schularick und sein Team haben nicht nur auf die reine Verzinsung der einzelnen Geldanlagen geachtet, sondern diese immer um die jeweils aktuelle Inflationsrate bereinigt.

Damit ergeben sich über einen solch langen Zeitraum selbstverständlich äußerst belastbare und realistische Zahlen in Bezug auf die durchschnittliche Jahresrendite diverser Anlageklassen.

Rendite nach Anlageklassen – Die finalen Zahlen:

Fangen wir mit den bei der breiten Masse an Sparern äußerst beliebten Zinsanlagen (z.B. Sparverträge, Festgeld, Banksparpläne etc.) an. Diese haben nach Abzug der Inflation in den vergangenen 150 Jahren im Durchschnitt reale 1 Prozent Rendite pro Jahr eingebracht.

Bei der Anlageform Anleihen sieht es hingegen schon etwas besser aus. Diese haben im bekannten Analysezeitraum etwa 2,5 Prozent Rendite pro Jahr erzielt. Nach Abzug von Gebühren und Steuern bleiben allerdings auch hier kaum nennenswerte Beträge übrig. Spürbarer Vermögensaufbau ist damit faktisch noch nicht möglich oder Sie haben einen „ganz langen Atem“.

Kommen wir nun zu Aktien und Immobilien. Mit diesen Assets ließen sich über das 19. Und 20. Jahrhundert schon ganz andere Vermögen aufbauen. Denn Aktien brachten im Beobachtungszeitraum eine durchschnittliche, reale, Rendite von ca. 7 Prozent pro Jahr. Bei den Immobilien waren es gar 8 Prozent Realrendite pro Jahr, im Durchschnitt.

Geldanlage: Aktien vs. Immobilien?

Doch was heißt das für Sie als privaten Investor oder auch kleinen Sparer jetzt konkret in Bezug auf die eigene Geldanlage? Ganz einfach: Wenn Sie langfristig „in eine höhere Liga aufsteigen“ möchten, kommen Sie an Aktien und Immobilien nicht vorbei.

Allerdings gibt es hierbei noch ein paar wichtige Punkte zu beachten. Denn was in den vergangenen 150 Jahren funktioniert hatte, muss in den nächsten 150 Jahren nicht zwangsläufig wieder ganz genauso funktionieren. Und gerade bei der Frage Aktien oder Immobilien scheiden sich die Geister.

Einerseits brauchen Sie für eine Immobilie oder sogar mehrere Immobilien, Eigentumswohnungen oder ähnliches, deutlich mehr Investitionskapital, als für den Start an der Börse. Weiterhin können Sie Immobilien in der Regel nicht einfach so kurzfristig zu vernünftigen Preisen einkaufen oder verkaufen. Generell legen Sie sich bei einem Immobilieninvestment auf mehrere Jahre und Jahrzehnte fest. Bedenken Sie zusätzlich die im Vergleich zum Aktienmarkt relativ hohen Transaktionskosten.

Insbesondere diese beiden Schwachstellen, also der äußerst hohe Bedarf an Investitionskapital und die mangelnde bzw. sehr geringe Liquidität, haben Sie beim Börseninvestment nicht. Es reichen durchaus auch schon „kleinere Summen“, wie z.B. 10.000 Franken, zum Investieren aus. Aktien können Sie quasi börsentäglich kaufen und auch wieder verkaufen.

Als Empfehlung für ein Investment in Aktien mit eher langfristiger Orientierung nach einer sog. Buy and hold Strategie gilt zwar auch eine Haltedauer von 5, 10, 15 und mehr Jahren. Allerdings können Sie mit einem Anruf oder einer Online Order bei Ihrem Broker innerhalb weniger Minuten Ihre Aktien verkaufen. Und somit kommen Sie auch in Notsituationen und zu Krisenzeiten relativ schnell wieder an Ihr Geld, um liquide zu sein.

Wie sicher sind Aktienanlagen eigentlich wirklich?

Neben dem Thema Rendite ist vor allem die Sicherheit einer Geldanlage beim Vermögensaufbau von zentraler Bedeutung. Deshalb wollen wir uns in diesem nächsten Gliederungspunkt nun speziell auch der Sicherheit einer Aktienanlage widmen.

Die entscheidende Frage, die Sie sich als Anleger vermutlich Stellen werden, ist daher: Sind Börseninvestments wirklich sicher genug? Um es gleich vorweg zu sagen, eine pauschal gültige Antwort gibt es leider nicht.

Generell kommt es vor allem auf Ihren Anlagehorizont und Ihre Diversifikation an. Sprich, insbesondere also auf die Zeit, die Sie Ihrem Aktieninvestment geben und in der das Geld für Sie „arbeiten“ kann. Und natürlich auch auf eine breit gestreute Aktienauswahl, am besten in verschiedene Märkte, Branchen und damit letztendlich auch Unternehmen.

Das liegt daran, dass der Aktienmarkt bzw. die Börse kurzfristig sehr heftig schwanken kann. Langfristig gesehen bewegen sich die Aktienmärkte allerdings kontinuierlich nach oben. Über einen langen Zeithorizont können (!) Sie sich also auch von den größten Krisen und schweren, tiefgreifenden, Rezessionen wieder erholen.

Fazit zur Sicherheit von Aktieninvestments: Es kommt auf die Anlagedauer und Diversifikation an!

Aus der Eingangs erwähnten Studie von Schularick et al. lässt sich die Erkenntnis gewinnen, dass die Rendite von 7 Prozent pro Jahr eben ein Durchschnittswert sind. Das heißt: Diese Rendite wird bzw. wurde nicht gleichmäßig erreicht. Eher sogar ist das Gegenteil der Fall (gewesen). Schwankungen im zweistelligen Prozentbereich sind an der Börse, auf Jahressicht gesehen, keine Seltenheit.

Wie sie bereits festgestellt haben sollten, sind Aktien demnach nichts für schwache Nerven. Der Psychologische Faktor ist bei dieser Geldanlageform definitiv nicht zu unterschätzen. Hierzu empfehlen wir ihnen gern auch mal einen Blick auf unseren weiterführenden Beitrag zu diesem Thema, „10 große Denkfehler beim investieren“, zu werfen.

Alternative(n) zu Einzelaktien: Indexfonds & Mischfonds

Wenn Sie schwankungsärmere Anlageformen bevorzugten, bieten sich z.B. Mehrere Indexfonds oder noch besser Misch-Fonds an. Diese sind im Vergleich zu einzelnen Aktien eine gute Alternative, gerade wenn es um das Rendite Risiko Profil geht.

Falls Sie Ihr Kapital langfristig in Aktien investieren, z.B. nach der Buy and Hold Strategie, brauchen sie sich allerdings sowieso keine großen Sorgen zu machen. Denn diverse Studien zeigen, wie bereits angedeutet, dass die Aktienkurse insgesamt und langfristig gesehen steigen.

Diese Aussage ist natürlich nicht auf jede einzelne Aktie – bzw. jedes Unternehmen, welches an der Börse gelistet ist – bezogen gültig, dafür aber auf den gesamten Aktienmarkt als solches. Auch deshalb empfehlen sich als Investmentidee die sogenannten ETFs, also Index-Fonds. Hiermit können sie relativ einfach und zu günstigen Konditionen den gesamten Markt, z.B. den SMI oder den DAX, abbilden.

Renditedreieck von DAX und EuroStoxx als Orientierung

Mehr zum Thema Sicherheit bei Aktienanlagen erfahren Sie u.a. auch von den entsprechenden Behörden, also den für den Handel Verantwortlichen Brokern, Banken und Aktieninstituten. Sehr beeindruckend und vor allem aussagekräftig im Zusammenhang mit der Frage nach der Sicherheit von Aktienanlagen ist auch das Renditedreieck vom deutschen Aktieninstitut (DAI).

Hier haben wir weitere Informationen dazu für Sie verlinkt:

Welche verschiedenen Anlagemöglichkeiten haben Sie?

Nachdem wir nun über die Rendite und die Sicherheit von Börseninvestments als Geldanlage gesprochen haben, können wir bereits auf folgende 2 wichtigen Erkenntnisse zurückblicken:

Erkenntnis 1: Wenn es Ihnen darum geht Ihr Geld möglichst liquide und renditeorientiert zur gleichen Zeit anzulegen, dann sollten Aktien ein unabdingbarer Bestandteil Ihres Vermögens sein.

Erkenntnis 2: Wenn es Ihnen wichtig ist auch eine gewisse Sicherheit beim Vermögensaufbau im Portfolio zu haben, dann sollten Sie Ihre Aktien und etwaige Wertpapiere möglichst lange halten. Denn je länger Sie diese Investments halten, desto sicherer sind sie.

Doch was folgt nun aus diesen Erkenntnissen? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Sie? Im Endeffekt geht es um eine entscheidende Frage: Wollen Sie die Anlageentscheidungen selbst treffen oder möchten Sie diese – zugegeben nicht immer leichten – Entscheidungen lieber abgeben?

Wir zeigen Ihnen daher nun 3 alternative Wege auf, um für jeden Handlungstypen eine optimale Trading Strategie anbieten zu können.

Die 3 alternativen Handlungsmöglichkeiten bei der eigenen Geldanlage
  1. Treffen Sie Ihre Anlageentscheidungen, sowie Ihre Aktienauswahl selbstständig.
  2. Investieren Sie in diverse aktive und / oder passive Fonds und damit „breit gestreut“.
  3. Vertrauen Sie Ihre Geldanlage Anbietern von sogenannten Robo Advisors an.

Damit haben Sie die Wahl zwischen einer aktiven Investitionsstrategie mit Aktien (1.), einer komplett passiven Anlageoption dank Robo-Advisor (3.) und einer Mischung aus aktiven und passiven Elementen des Vermögensaufbaus via Fonds (2.).

Zum Thema Aktien als Investitionsmöglichkeit haben wir weiter oben bereits einige wichtige Dinge gesagt. Deshalb können wir uns an dieser Stelle kurzfassen: Diesen Weg Nr. 1, „Aktien selber kaufen“, empfehlen wir Ihnen ohne Bedenken.

Weg Nr. 2, „Aktive oder passive Fonds kaufen“, können wir Ihnen ebenfalls ohne große Umschweife empfehlen. Da Fonds das Geld ihrer Anleger oftmals in mehrere Aktien, teilweise sogar mehrere 100 Aktien, investieren, haben sie automatisch ein geringeres Risiko in Ihrer Geldanlage.

Sicherlich haben auch sie schon einmal von den sogenannten Robo Advisorn aus Weg Nr. 3 gehört. Falls nicht, hier eine kurze Erklärung dazu: Im Grunde überlassen Sie Ihre Anlageentscheidung(en) komplett einer Art KI (künstliche Intelligenz), also einer Maschine.

Geldanlage – Selber machen oder machen lassen?

Auch wenn sicher einiges für diese automatisierte Form der Geldanlage spricht, gerade weil Computerprogramme nicht emotional Handeln (Stichwort Angst und Gier), so sehen wir diesen Trend in der Finanzbranche aktuell eher kritisch. Noch mehr dazu und zum Thema Robo Advisor allgemein, finden Sie an einer anderen Stelle in unserem Weblog – „Robo Advisor für Anfänger“.

Doch welcher ist jetzt der beste Weg? Eine Garantie oder einer Art Zauberformel für den Erfolg an der Börse haben wir hier leider nicht im Angebot für Sie. Aber einen Tipp gibt es trotzdem von uns: Teilen Sie Ihr Anlagekapital am besten zwischen Option eins und Option zwei auf.

Damit erreichen Sie eine größere Diversifikation und somit auch eine breitere Risikostreuung. Wie Sie Ihr Geld konkret aufteilen und welche Aktien, ETFs und Fonds Sie letztendlich im Detail kaufen werden, dass hängt ganz von Ihnen und Ihrer Risikoneigung ab!

Unsere weiterführenden Beiträge zum Thema Geldanlage & Vermögensaufbau:

SHARING IS CARING!