Das magische Dreieck der Geldanlage

Egal wie viel Geld Sie in Zukunft planen anzulegen, schauen Sie sich vorher am besten nochmals die konkreten Ziele der Geldanlage an. Das gilt natürlich generell, aber insbesondere auch in Bezug auf Ihr möglicherweise erstes Investment an der Börse. Gerade vor diesem Hintergrund möchten wir, hier auf dieser Seite, deshalb nun das magische Dreieck der Geldanlage einmal etwas genauer mit Ihnen betrachten.

Nehmen wir an Sie investieren zu Beginn eine Anlagesumme von 10.000 CHF. Dann haben Sie selbstverständlich erstmal nur äußerst beschränkte Handlungsoptionen. Allerdings ist dies für die folgende Denkaufgabe nicht weiter von Belang. Denn am Ende spielt es keine Rolle, ob Sie 10.000 Franken oder 1.000.000 Franken an der Börse investieren. Die Ziele der Geldanlage bleiben immer gleich.

Ganz vereinfacht ausgedrückt gibt es nämlich drei Hauptziele der Geldanlage: Rentabilität (Rendite), Liquidität (Verfügbarkeit) und Sicherheit. Diese drei Ziele sind allgemein auch durch das sogenannte magische Dreieck der Geldanlage oder der Vermögensanlage bekannt.

Das magische Dreieck der Geldanlage.

Doch warum heißt das magische Dreieck überhaupt so bzw. woher hat es seinen Namen? Nun, eventuell haben Sie den Begriff schon einmal von Ihrer Bank oder Ihrem Bankkaufmann / -berater gehört. Oder in Ihrem persönlichen Umfeld, wenn es um das Thema Finanzen ging.

Wenn Sie das Dreieck jetzt einmal genauer betrachten, so fällt Ihnen vielleicht auf, dass es quasi unmöglich ist alle drei Ziele gleichzeitig mit einer einzigen Geldanlage zu erreichen bzw. zu verwirklichen.

Deshalb auch der Begriff vom magischen Dreieck der Geldanlage. Warum magisch? Weil man als Anleger in der Praxis immer nur zwei Ziele aus dem Dreieck mit einer bestimmten Geldanlage synchron abdecken kann.

Das magische Dreieck der Geldanlage im Praxistest (mit diversen Anlageformen):

  1. Anlageform Aktien / Geldanlage mit Aktien

    • Rendite: Der schweizerische Aktien Leitindex SMI (Swiss Market Index®), bzw. die Performance des Schweizer Aktienmarktes insgesamt, liegt heute und in seiner vollständigen historischen Entwicklung betrachtet, verglichen mit dem Jahr 1988 (Gründungsjahr des SMI als Referenzwert), solide im Plus. Ganz konkret heißt das: Bis zum Jahr 2019 gerechnet wurde eine durchschnittliche Rendite von ca. 9,4 Prozent pro Jahr erzielt (Quelle: Banque Pictet & Cie SA; Pictet Wealth Management). Damit ist das Ziel der Rendite bei Aktien erfüllt.
    • Liquidität: Doch wie sieht es mit dem Ziel der Liquidität bei Aktien aus? Selbstverständlich erfüllen Aktien auch dieses Kriterium. Sie sind also liquide. Das bedeutet nichts anderes, als dass Sie Aktien schnell und einfach in Geld umwandeln können. Unter Berücksichtigung der regulären Handelstage und Handelszeiten können Sie im Grunde jederzeit Aktien kaufen und verkaufen. Sie sind also an keine Haltefristen gebunden.
    • Sicherheit: Da Aktien sehr volatil seinen können, sprich innerhalb kürzester Zeit sehr stark schwanken, wird das Kriterium Sicherheit nicht erfüllt (insbesondere, wenn Sie sich auf kurzfristige Zeiträume fokussieren). Schwankungen der Aktienkurse an der Börse sind durchaus alltäglich. Gerade während der Berichtsaison, also nach Vorlage von schlechten oder auch überraschend guten Quartalszahlen, können Aktien selbst an einzelnen Handelstagen durchaus Verluste oder Gewinne im zweistelligen Prozentbereich erzielen.
  2. Anlageform Banksparpläne, Sparverträge, Sparbriefe

    • Rendite: Falls Sie sich dazu entschließen sollten bei Ihrer Hausbank einen langjährigen Banksparplan oder Sparvertrag abzuschließen, werden Sie im Vergleich zu den Zinssätzen auf Ihrem Tagesgeldkonto oder auf Ihrem Girokonto in der Regel einen deutlichen Zinsaufschlag bekommen. Damit ist das Ziel Rendite erreicht.
    • Liquidität: Dafür, dass Sie diesen Zinsaufschlag von Ihrer Bank bekommen, ist Ihr im Banksparplan angelegtes Geld vertraglich über mehrere Jahre fest gebunden. Das bedeutet, dass Ziel Liquidität können Sie mit dieser Anlageform nicht sicherstellen.
    • Sicherheit: Damit kommen wir zum Punkt Sicherheit. In der EU sind Ihre Bankeinlagen – sogar im Falle einer Pleite der Bank – bis zu einer Höhe von 100.000 € geschützt. In der Schweiz sind dank Einlagensicherung privilegierte Bankeinlagen von schweizerischen Geschäftsstellen (ohne Vorsorgeeinlagen) bis 100.000 CHF gedeckt (Quelle: Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA). D.h. Das Ziel Sicherheit wird mit einem Sparvertrag in diesem Rahmen erfüllt.
  3. Anlageform Tagesgeld

    • Rendite: Kommen wir nun zum Tagesgeld. In Zeiten wie diesen, einer sogenannten Niedrigzinsphase, tendiert die Rendite quasi Richtung Null. Aktuell bekommen viele Sparer mit dieser Anlageform keine Zinsen mehr. Berücksichtigt man jetzt noch die aktuelle Inflation, bedeutet Geld-Parken auf dem Tagesgeldkonto oder Girokonto heutzutage einen realen Kaufkraftverlust – also ein Minusgeschäft. Das Geldanlage Ziel Rendite wird damit nicht erreicht.
    • Liquidität: Wie sieht es mit der Liquidität aus? Hier spielt das Tagesgeldkonto seine Vorteile aus. Denn wie der Name schon vermuten lässt, haben Sie täglich Zugriff auf das Geld auf Ihrem Konto. Somit wird das Ziel Liquidität klar als gegeben angesehen.
    • Sicherheit: Ebenso, wie bei der vorherigen Anlageform Sparverträge, sind auch diese kurzfristigen Bankeinlagen im Falle einer Bankenpleite EU-weit bis zu mindestens 100.000 € bzw. in der Schweiz bis zu 100.000 CHF geschützt – dank der Einlagensicherung (Quelle: s.o.). Das Ziel Sicherheit wird mit einem Tagesgeldkonto also ebenfalls erreicht.

Wie Sie sehen können, hat jede der oben genannten Geldanlageformen ihre ganz spezifischen Vor- und Nachteile. Keine, der genannten Anlageformen, kann dabei alle Ziele der Geldanlage aus dem magischen Dreieck erfüllen.

Doch wie können Sie nun die Probleme des magischen Dreiecks Lösen?

Ganz einfach: Nutzen Sie eine Kombination aller oben genannten Formen der Geldanlage. Soll heißen, der optimale Anlagemix besteht im Allgemeinen aus drei Bausteinen.

  1. Legen Sie sich immer auch eine Liquiditätsreserve beiseite. Ihre Notfallreserve, sowie das Geld was Sie später zum Wertpapierkauf mittels Sparplan brauchen, überweisen Sie auf ein Tagesgeldkonto.
  2. Legen Sie sich als Basisinvestment einen Mischfonds an. Hier verbinden Sie eine recht attraktive Rendite mit einer gewissen Sicherheit und Liquidität. Optimalerweise nutzen Sie hierzu einen Fondssparplan.
  3. Legen Sie sich als renditestarkes Investment einzelne Aktien, Aktienfonds und ETFs zu. Dieser Teil Ihrer Geldanlage besteht ausschließlich aus Aktien. Kaufen Sie diese entweder in Form von Einzelaktien oder auch via Fonds ein. Bei den Fonds eignen sich die meist sehr günstigen ETFs, also Indexfonds, ganz besonders.

Wie genau Sie Ihr Kapital zwischen diesen Anlageformen aufteilen, hängt ganz von Ihrer eigenen Risikoneigung ab. Behalten Sie außerdem Ihren Anlagehorizont im Auge. Je nachdem wie viel Zeit Sie Ihrer Geldanlage geben, haben Sie mal mehr mal weniger Spielraum für mehr Risiko.

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