Erfolgreiche Aktienauswahl: Investieren wie Buffett

Sie haben bereits ein Aktiendepot eröffnet oder sich für eines entschieden? Wie Sie Aktien kaufen und handeln können wissen Sie ebenfalls? Sehr gut! Dann stellt sich im nächsten Schritt nicht nur den Aktien Anfängern, sondern oftmals auch noch den erfahrenen Tradern die Frage, wie die richtige und vor allem erfolgreiche Aktienauswahl aussieht. Auch wenn man den Erfolg eines Aktieninvestments erst im Nachhinein beurteilen kann, so gibt es doch zahlreiche Kriterien, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Bestimmt haben Sie so schon von der erfolgreichen Aktienauswahl nach Graham oder von Warren Buffett und der sogenannten Value Strategie als Anlagestrategie gehört. Egal ob für Privatanleger oder Profis, diese Tipps sollten Sie beim Investieren an der Börse beherzigen.

Erfolgreiche Aktienauswahl nach Graham

Benjamin Graham gilt gewissermaßen als “Vater” der Fundamentalanalyse und der Value Strategie. Warren Buffett war einst sein eifriger Schüler bzw. Student und traf während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften auf ihn. So ist es nicht verwunderlich, dass Grahams Ideen der Wertpapieranalyse bis heute Buffetts Denken und Handelsweise, vor allem in Bezug auf seine Laufbahn als Investor, geprägt haben.

Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Anlagestrategien für den Aktienmarkt, die ebenso ihre Berechtigung haben. Grundlegend wird dabei zwischen 2 Richtungen unterschieden: Einmal der fundamentalen Analyse, mit Orientierung auf Unternehmenskennzahlen. Und auf der anderen Seite der charttechnischen Analyse, welche den Fokus auf Muster und Trends im bisherigen Kursverlauf setzt.

Doch nicht zuletzt aufgrund des langjährigen, nachgewiesenen, Erfolges wollen wir den Fokus hier auf die fundamentale Analyse legen. So haben Warren Buffett und seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway mit der konsequenten Verfolgung dieses Ansatzes über mehrere Jahrzehnte beachtliche Renditen erzielt. Und in der modernen Börsengeschichte wohl eine der beeindruckendsten Erfolgsserien hingelegt.

Wenn Sie der klassische Ansatz der Fundamentalanalyse für eine erfolgreiche Aktienauswahl interessiert, empfehlen wir Ihnen sich zu dieser Thematik das ein oder andere Buch zu kaufen und durchzuarbeiten. Denn der Umfang dieses Ansatzes würden den hiesigen Rahmen sprengen.

Hier eine weiterführende Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wertpapier- & Kennzahlenanalyse:

Die Value Strategie als Anlagestrategie

Statt der klassischen Analyse wollen wir in diesem Beitrag auf die von Warren Buffett optimierte Value-Strategie und deren 4 Grundsätze eingehen. Außerdem zeigen wir Ihnen die oft unterschätzte Wirkung der Dividendenrendite auf.

Im hierunter verlinkten Video hören Sie Buffett noch einmal persönlich darüber reden, wie er Aktien auswählt und erfolgreich an der Börse investiert.


Warren Buffett: On How To Pick Stocks and Invest Properly von Cooper Academy – Investing auf Youtube.

  1. Sie sollten Aktien immer als eine “proportionale” Beteiligung an einer Firma sehen und entsprechend behandeln.
  2. Wenn Sie Aktien kaufen, kaufen Sie sie mit einem deutlichen Abschlag gegenüber dem inneren Wert – um eine Sicherheitsmarge zu haben.
  3. Machen Sie sich die emotionalen Befindlichkeiten des Marktes zu eigen. Das gilt insbesondere für die von Angst getriebenen Phasen.
  4. Wenn Sie an der Börse handeln, dann am besten möglichst leidenschaftslos, objektiv und rational.

Zu diesen 4 Grundsätzen von Buffett finden Sie in dem Buch Charlie Munger: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen von Tren Griffin und Hendrik Leber vertiefende Gedanken und Ausführungen. Diese bilden die Grundmauern der fundamentalen Value Investing Strategie nach Graham, Buffet und auch Munger.

Kennzahlen und Kriterien zur Aktienauswahl

Um etwas mehr ins Detail zu gehen, sollen last but not least auch noch ein paar relevante Unternehmenskennzahlen und Kriterien genannt werden. Diese sind für eine erfolgreiche Aktienauswahl elementar. Keine Angst, Sie brauchen dazu jedoch kein Finanzmathematik Studium.

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt, wie der Name schon vermuten lässt, den aktuellen Aktienkurs im Verhältnis zum Gewinn pro Aktie wieder. Sie teilen also den momentanen Kurs einer Aktie durch denn Gewinn je Aktie. Sie finden diese Kennzahlen, oder meist auch direkt den KGV, eines Unternehmens relativ einfach im Internet auf den einschlägigen Börsenportalen. Ansonsten helfen Ihnen auch die Geschäftsberichte des jeweiligen Unternehmens weiter.

Mit dem KGV finden Sie heraus zu welchem Vielfachen eines Jahresgewinnes das Unternehmen an der Börse bewertet wird. Typischwerweise kommen dabei Werte zwischen 5 und 100 heraus. Idealerweise ist dieser Wert jedoch besonders niedrig. Sehr gut sind KGVs unter 12. Für langfriste Anlagen sind aber auch Werte zwischen 15 bis 20 für einen Aktienkauf noch in Ordnung.

  • Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Ebenso wichtig und als Ergänzung zum KGV zu sehen, ist der KCV. Er berücksichtigt im Gegensatz zum KGV nicht den Gewinn, sondern den operativen Cashflow. Das heißt hier wird nicht auf den Gewinn des Unternehmens geschaut. Stattdessen spielen alle Geldmittel, die durch den laufenden Betrieb erwirtschaftet wurden, eine Rolle. Auch hierbei gilt ein möglichst niedriger Wert als optimal.

  • Price-Earning-to-Growth-Ratio (PEG)

Beide oben genannten Kennzahlen haben eine gemeinsame Schwäche. Falls Unternehmen ein besonders starkes Gewinnwachstum aufweisen, fallen sie oft verhältnismäßig hoch aus. Dabei sind doch gerade Unternehmen mit glänzenden Gewinnzahlen und Wachstumsraten eigentlich attraktiv für einen Aktienkauf? Hier kommt dann das PEG zum Zug.

Das PEG setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Bezug zum erwarteten Gewinnwachstum (in %). Wenn KGV und Gewinnwachstum identisch sind, haben wir ein PEG von 1. Eine Aktie wird demzufolge als günstig bewertet, wenn der Wert bei 1 oder auch tiefer liegt. Das würde nämlich heißen, dass das Gewinnwachstum größer als das KGV ist.

Die Dividendenrendite & Ausschüttungsquote als Kriterium

Die Dividendenrendite ist ebenfalls ein sehr wichtiger Indikator für ein gutes Unternehmen bzw. eine gute Aktie im Sinne der Value Strategie. Nicht umsonst wird die Dividende in Zeiten der Niedrigzinsen häufig auch als der “neue Zins” bezeichnet.

Reinvestieren Sie Ihre Dividenden kontinuierlich in ebenjene Aktien, kann dies zu einem ansehnlichen Schneeballeffekt führen. Je mehr Aktien Sie von solchen Dividendenstarken Unternehmen halten, desto mehr Dividende erhalten Sie. Davon können Sie sich mehr Aktien kaufen, was wiederum zu noch mehr Dividenden(rendite) führt usw.

Die Dividendenrendite eines Unternehmens berechnet sich relativ einfach. Sie ist sozusagen der Zins, den ein Aktieninvestment hergibt. Teilen Sie dazu einfach die aktuelle Dividende einer Aktie durch ihren aktuellen Kurs oder durch den Kaufkurs, wenn Sie die Aktie bereits gekauft haben. Das Ergebnis multiplizieren Sie schließlich mit 100 Prozent.

Die Ausschüttungsquote ist ebenfalls ein sehr wichtiges Kriterium für eine erfolgreiche Aktienauswahl. Schauen Sie nicht nur auf eine hohe Dividende! Im Gegenteil. Wenn das Unternehmen hohe Dividenden zahlt, sollten Sie lieber noch einmal genauer hinschauen, welchen Anteil diese Dividenden vom Gewinn ausmachen.

Hier kommt dann die Ausschüttungsquote zum Tragen. Optimal ist eine Quote zwischen 50 und 60 Prozent. Eine Quote über 75 Prozent spricht eher gegen den Kauf der Aktien des betreffenden Unternehmens. Der Grund: Sehr wahrscheinlich handelt das Unternehmen nicht nachhaltig, sondern hauptsächlich zugunsten der kurzfristigen Interessen seiner Aktionäre.

Natürlich gibt es wie immer auch Ausnahmen. Wenn das laufende Geschäft keine größeren Investitionen erfordert, kann das Unternehmen auch mehr vom Gewinn an die Aktionäre weitergeben. Das ist allerdings eher selten der Fall. Generell sollten eben auch gewisse Anteile des Gewinns in das Unternehmen reinvestiert werden, z.B. für Forschung und Entwicklung oder das Marketing etc.

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